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Kreisverband Altenburger Land

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Bildung und Wirtschaft

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr nimmt die Rot-Rot-Grüne Landesregierung unsere Berufsschullandschaft unter Feuer. Da hilft es auch wenig, dass die entsprechenden Parteivortreter vor Ort sich gegen die Pläne richten. Es muss sich etwas ändern an der Zentralisierungspolitik der Landesregierung.

Nach den Plänen des zuständigen Ministeriums sollen im Altenburger Land mehrere Ausbildungsberufe an den staatlichen Berufsschulen gestrichen werden - zu Gunsten der Ballungszentren, die stets im Fokus der Landespolitik stehen. Wir halten das für verfehlte Strukturpolitik! Eine Veränderung der Berufsschullandschaft ist nicht nötig. Doch wenn man sie verändern will, dann bitte im Sinne der strukturschwachen Regionen unseres Landes. Nach den aktuellen Plänen sollen die Ausbildungen nach Gera oder Jena verlagert werden.

Die Ausbildung im Altenburger Land ist für unsere Heimat ein Wirtschaftsfaktor! Neben den Auszubildenden selbst, die nach Altenburg ziehen und hier leben, statt abzuwandern, sind es vor allem die Firmen, die unter diesen Maßnahmen leiden. Schon jetzt ist es für die entsprechenden Gewerbe schwierig, Fachpersonal zu finden. In Zukunft wird es kaum möglich sein. Denn wer will sich in einer Altenburger Firma ausbilden lassen, wenn er zu Berufsschule nach Gera oder gar Jena fahren muss? Das ist insbesondere für junge Menschen von im Durchschnitt 16 Jahren unzumutbar. Sie sollten eigentlich unter besonderem Schutz stehen, werden hier aber unter besonderen Druck gesetzt.

Auch aus Sicht der betreffenden Schulen sind die Maßnahmen falsch. Die Kapazitäten in Altenburg sind vorhanden. Warum also von "Qualitätssicherung" als Begründung sprechen? Ist die Qualität der hiesigen Ausbildung etwa schlecht? Die nötigen Lehrer sind in Altenburg vorhanden. Warum also von "Lehrermangel" als Begründung sprechen wo doch an den Zielschulen der Reformpläne dann zusätzliches Personal benötigt würde? Und auch ein Einsparpotential ist nicht vorhanden. Warum also neue Berufsschulzentren bauen und Ausbildung in Städte verlagern, wo die nötige Infrastruktur nicht vorhanden ist, wenn wir in Altenburg alles haben, was für eine gute berufliche Aus- und Weiterbildung nötig ist?

Wir Freien Demokraten im Altenburger Land bekennen uns deutlich zu unserer Berufsschullandschaft. Statt deren Zerstörung fordern wir ein Bekenntnis und eine klare Förderung der Ausbildung im ländlichen Raum. Ungefähr unserer Schüler machen ein Abitur und verlassen zur weiteren Ausbildung den Landkreis. Nun sollen auch die Möglichkeiten zur handwerklichen Ausbildung verlagert werden. Für unser Altenburger Land wäre das ein weiterer Schlag! Wie sollen wir wirtschaftlich bestehen zwischen Leipzig im Norden, Chemnitz und Zwickau im Süden und Gera im Westen? Nur indem wir attraktiv sind. Attraktiv für Familien, zur Ausbildung, zur Arbeit uns zum Leben im Altenburger Land.


20.08.2020 Marco Thiele